Viele Senioren wollen ihren Lebensabend in WG-ähnlichen Objekten verbringen
Immer mehr ältere Menschen können sich vorstellen, in einer Hausgemeinschaft zu leben. "Gab es im Jahr 1999 noch 2000 Interessenten für solche Wohnprojekte, waren es 2005 schon 10 400", sagt Gerda Helbig, Vorsitzende der Beratungsstelle Forum Gemeinschaftliches Wohnen in Hannover.
Die Wohnprojekte ähneln von der Idee häufig Studenten-WGs: Senioren suchen auf privatem Weg Gleichgesinnte, um miteinander zu leben. Ob in einer Wohngemeinschaft oder gemeinsam in einem Haus mit eigener Wohnung - sie sind stets in eine Gemeinschaft eingebunden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Senioren können auch auf ihre alten Tage in ihrer Privatsphäre leben und haben zudem die Sicherheit, von Mitbewohnern oder ambulanten Einrichtungen unterstützt zu werden.
Das A und O gemeinsamer Senioren-Wohnprojekte ist eine frühe Planung. Die Mitglieder der WGs sollten in der Lage sein, sich selbst zu versorgen und im Notfall auch dem anderen zu helfen. Für Pflegefälle ist eine Senioren-Hausgemeinschaft nicht geeignet. Daher raten Experten, sich schon vor dem Eintritt ins Rentenalter - zwischen Mitte 50 und Mitte 60 - darum zu kümmern. "Empfehlenswert ist zudem, unterschiedliche Jahrgänge in der Gruppe zu haben, damit nicht alle Bewohner irgendwann in die gleiche Altersphase steuern, in der sie mehr und mehr gepflegt werden müssen", rät Alexander Grünewald, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Bauwohnberatung. Gleichgesinnte finden interessierte Senioren über spezielle Kontaktbörsen im Internet sowie Anzeigen in Zeitungen.
Wichtig für die "Alten-WGs" ist auch das Umfeld: In vielen Städten - allein acht in der Metropolregion Rhein-Neckar - existieren mittlerweile Wohnviertel, die speziell für das Leben im Alter umgebaut wurden. Die Stadtviertel sollten mit Bus und Bahn gut zu erreichen sein. Zudem sollten Supermärkte, Apotheken und Ärzte möglichst in der Nähe liegen. opä
Quelle: "Die Welt" vom 13.06.2006
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